Immunologie in Zahlen

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Die Versorgung der Menschen mit notwendigen Impfstoffen darf nicht an den Kosten scheitern. Dank Verhandlungen der „Global Alliance for Vaccines and Immunization“ (GAVI) mit den Herstellerfirmen ist eine Impfstoffdosis gegen Humane Papillomviren (HPV) in den armen Ländern dieser Welt zukünftig für 4 1/2 US-Dollar zu haben. Für eine Grundimmunisierung aus drei aufeinanderfolgenden Impfungen kommen dabei also 13,50 Dollar zusammen. Zum Vergleich: hierzulande gilt die Impfung als eine der teuersten, 465 Euro bzw. rund 500 US-Dollar werden für die komplette Impfung veranschlagt.

Der Einfluss der GAVI, der unter anderem Vertreter der WHO, UNICEF, Weltbank und verschiedener Regierungen angehören, ist groß. Das ist kein Wunder. So beschaffte UNICEF nach eigenen Angaben im Jahr 2011 im Namen von GAVI 247 Millionen Impfstoffdosen gegen verschiedenste Infektionskrankheiten – im Wert von insgesamt 663 Millionen US-Dollar. Mit diesem Pfund im Rücken lässt es sich gut verhandeln.

Der jetzige Erfolg der GAVI wird den Frauen in den Entwicklungsländern zugutekommen. 85% der 275.000 Frauen, die jährlich an Gebärmutterhalskrebs sterben, kommen aus den ärmsten Ländern. Seit einigen Jahren kennt man den Zusammenhang zwischen HPV und dieser Krebsart. In fast 100% aller Zervixkarzinome findet man Vertreter dieser Virusfamilie. HPV-16 und HPV-18, gegen die sich die Impfung richtet, sind in rund 70% der Fälle ursächlich an der Krebsentstehung beteiligt.

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(Quelle: www.gavialliance.org)

Dennoch wird die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs als Folge der Impfung wohl nicht um 70% zurückgehen, wie häufig irreführend behauptet wird. Leider, wenn auch ein wenig indirekt (protect against 70% of cervical cancer), tut das auch die hier abgebildete Graphik der GAVI. Von den 120 verschiedenen HPV-Typen haben mindestens 15 ein onkogenes Potenzial. Werden HPV-16 und -18 durch die Impfung zurückgedrängt, könnten sich andere Virustypen ausbreiten, die ebenfalls eine Krebsentstehung fördern.

Ob und in welchem Umfang dies geschehen wird, weiß man noch nicht. Und so werden Jahre bis Jahrzehnte ins Land gehen, bis der Einfluss der HPV-Impfung von Mädchen und jungen Frauen auf die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs deutlich wird. Auf keinen Fall ersetzt die Impfung wertvolle Screening-Programme (den Pap-Test), die ein abnormales Zellwachstum im optimalen Fall rechtzeitig entdecken. Auch die Teilnahme an diesen Tests sollte jeder Frau möglich sein, egal ob sie in Köln oder Kitui wohnt.

http://www.gavialliance.org/library/news/press-releases/2013/hpv-price-announcement/

http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(13)61058-2/fulltext?elsca1=ETOC-LANCET&elsca2=email&elsca3=E24A35F

 

 

 

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